Alten iMac als Monitor nutzen: Was bei deinem Modell funktioniert
Ja, du kannst einen alten iMac als Monitor für einen anderen Computer nutzen. Was dabei funktioniert, hängt aber vom Baujahr ab. Apples Target Display Mode gab es nur bis zu den Modellen von 2014, alle neueren iMacs brauchen deshalb entweder eine App oder einen Umbau.
Kurz gesagt: Ein 27-Zoll-iMac von 2017, 2019 oder 2020 oder ein iMac Pro wird mit einem Kabel und DisplayBridge, der App, die ich entwickle, zum vollwertigen 5K-Monitor für deinen Mac. Für die 5K-iMacs von 2014 und 2015 gibt es heute ein Umbau-Kit, die Unterstützung in DisplayBridge kommt bald. Die iMacs mit 21,5 und 24 Zoll habe ich mit DisplayBridge noch nicht getestet.
Schritt 1: Finde heraus, welchen iMac du hast
Klicke oben links auf das Apple-Menü und wähle Über diesen Mac. Im Fenster stehen Modell und Baujahr, zum Beispiel „iMac (Retina 5K, 27″, 2017)“. Mehr brauchst du für die Tabelle unten nicht. Startet dein iMac nicht mehr, erklärt Apples Supportseite iMac-Modell bestimmen, wie du das Modell anhand der Seriennummer herausfindest.
Was bei welchem iMac funktioniert
| iMac | Was funktioniert | Was du brauchst |
|---|---|---|
| 27 Zoll mit 5K, 2017, 2019 oder 2020, und der iMac Pro | DisplayBridge: Der iMac wird zum vollwertigen 5K-Monitor mit 60 Hz für einen anderen Mac, inklusive Ton. Die Modelle von 2019 und 2020 und der iMac Pro können außerdem AirPlay empfangen (kabellos, komprimiert) | Ein Thunderbolt-Kabel oder ein USB-C-Kabel mit 40 Gbit/s, macOS 13 Ventura oder neuer auf beiden Macs und nach 7 Tagen kostenlosem Testen einmalig 29 US-Dollar |
| 27 Zoll mit 5K, Ende 2014, Mitte 2015 und Ende 2015 | Heute ein Umbau-Kit. Die Unterstützung in DisplayBridge kommt bald | Ein Treiberboard-Kit und Werkzeug für etwa 150 bis 215 € und mehr als zwei Stunden Arbeit |
| 21,5 Zoll, 2017 und 2019 | DisplayBridge sollte funktionieren, ist aber noch nicht getestet. Das Modell von 2019 kann außerdem AirPlay empfangen | Dasselbe wie bei den 27-Zoll-Modellen: Sie haben Thunderbolt 3 und laufen mit macOS 13 |
| 24 Zoll mit Apple Chip, ab 2021 | DisplayBridge ist noch nicht getestet. AirPlay funktioniert (kabellos, komprimiert) | Für AirPlay: macOS Monterey oder neuer auf beiden Macs |
Für jedes unterstützte Modell gibt es eine eigene kurze Seite mit den wichtigsten Daten, Gebrauchtpreisen und einer Checkliste für den Kauf: iMac 2017, iMac 2019, iMac 2020 und iMac Pro.
Bei iMacs bis Mitte 2014 sieht es anders aus: Viele davon hatten Apples Target Display Mode, allerdings mit strengen Einschränkungen. In meiner Anleitung zum Target Display Mode steht, welche Modelle das sind und warum die 5K-iMacs ihn nie hatten.
iMacs von 2017 bis 2020 und der iMac Pro: ein Kabel und DisplayBridge
Diese iMacs eignen sich am besten als Monitor, weil sie Thunderbolt 3 haben und mit macOS 13 Ventura laufen. Mit DisplayBridge installierst du dieselbe App auf dem iMac und auf dem Mac, an dem du arbeitest, verbindest beide mit einem Kabel und klickst auf Verbinden. Wenige Sekunden später erscheint der iMac in den Systemeinstellungen als zweiter Bildschirm deines Macs, und du nutzt ihn wie jeden externen Monitor: Fenster hinüberziehen, links oder rechts anordnen oder zum Hauptbildschirm machen.
Das Bild wird unkomprimiert in voller 5K-Auflösung mit 60 Hz übertragen, und der Ton deines Macs kommt über dasselbe Kabel aus den Lautsprechern des iMac. Die Verzögerung liegt etwa 10 Millisekunden über der eines direkt angeschlossenen Monitors, im Alltag merkst du davon nichts. Das brauchst du:
- Einen zweiten Mac mit Thunderbolt 3 oder 4 und macOS 13 Ventura oder neuer, zum Beispiel ein MacBook Pro ab 2017, ein MacBook Air ab 2018, einen Mac mini oder ein Mac Studio.
- Ein Thunderbolt-Kabel oder ein USB-C-Kabel mit 40 Gbit/s (USB4). Ein normales USB-C-Ladekabel sieht genauso aus, funktioniert aber nicht. Achte auf das Blitzsymbol auf dem Stecker oder auf die Angabe „40 Gbit/s“ auf der Verpackung. Gute Kabel bekommst du ab etwa 11 €.
- Eine Lizenz für den Mac, an dem du arbeitest: Nach 7 Tagen kostenlosem Testen kostet sie einmalig 29 US-Dollar inklusive Mehrwertsteuer (rund 26 €, deine Karte oder PayPal rechnet um). Der iMac braucht nie eine Lizenz.
Gut zu wissen: Der iMac bleibt ein vollwertiger Mac. Er muss eingeschaltet sein und du musst angemeldet sein, weil DisplayBridge darauf die empfangende Seite übernimmt. Sobald du die Verbindung trennst, ist er wieder dein ganz normaler Computer. Wie die erste Verbindung Schritt für Schritt abläuft, zeigt meine Anleitung mit Screenshots.
Die Modelle von 2019 und 2020 und der iMac Pro können außerdem AirPlay empfangen. Das ist kostenlos und kabellos, komprimiert aber das Bild und nutzt nicht die native 5K-Auflösung des Panels. In meiner Anleitung zum Target Display Mode vergleiche ich AirPlay und DisplayBridge direkt miteinander.
5K-iMacs von 2014 und 2015: Umbau-Kit oder auf DisplayBridge warten
Die ersten 5K-iMacs von Ende 2014, Mitte 2015 und Ende 2015 haben dasselbe schöne 27-Zoll-Panel mit 5K, aber nur Thunderbolt-2-Anschlüsse. DisplayBridge unterstützt sie noch nicht, die Unterstützung kommt aber bald.
Wenn du nicht warten willst, funktioniert heute schon ein Umbau-Kit. Dafür öffnest du den iMac, baust die Hauptplatine aus und setzt ein Treiberboard ein, das dem Panel eigene DisplayPort-, USB-C- und HDMI-Eingänge gibt. Danach kann jeder Computer den iMac als Monitor nutzen, auch ein Windows-PC oder eine Spielkonsole. Teile und Werkzeug kosten etwa 150 bis 215 €, die Arbeit dauert mehr als zwei Stunden, das Display kann beim Herausheben brechen, und als Computer lässt sich der iMac danach nie wieder nutzen. Ich habe so einen Umbau selbst gemacht. In meiner Anleitung zum Umbau-Kit beschreibe ich Teile, Schritte und Risiken.
iMacs mit 21,5 und 24 Zoll: noch nicht getestet
Die 21,5-Zoll-iMacs von 2017 und 2019 haben Thunderbolt 3 und laufen mit macOS 13. Sie erfüllen also die Voraussetzungen für DisplayBridge und sollten als Bildschirm funktionieren. Getestet habe ich das aber noch nicht, deshalb verspreche ich es auch nicht.
Auch die 24-Zoll-iMacs mit Apple Chip ab 2021 haben Thunderbolt und laufen mit aktuellem macOS, aber auch mit ihnen habe ich DisplayBridge noch nicht getestet. Was heute schon funktioniert, ist AirPlay: kabellos und kostenlos, aber mit komprimiertem Bild.
Wenn du einen dieser iMacs hast, probier es am einfachsten mit der kostenlosen 7-Tage-Testversion aus. Das kostet nichts, und nach ein paar Minuten weißt du, ob es mit deinen Macs funktioniert.
Lohnt es sich, einen alten iMac als Monitor zu nutzen?
Bei den 27-Zoll-iMacs mit 5K lohnt es sich meiner Meinung nach auf jeden Fall. Ein neuer 5K-Monitor kostet in Deutschland ab etwa 600 €. Einen gebrauchten 5K-iMac von 2017 bekommst du dagegen mit etwas Glück schon für rund 200 €. Ich habe meinen für weniger als 200 Schweizer Franken gekauft.
| 5K-Bildschirm, 27 Zoll | Preis |
|---|---|
| Gebrauchter iMac von 2017 mit DisplayBridge und Kabel | Rund 240 € (iMac rund 200 €, App rund 26 €, Kabel rund 11 €) |
| KTC H27P3, der günstigste neue 5K-Monitor | Ab etwa 600 € |
| ASUS ProArt PA27JCV | Etwa 630 bis 660 € |
| BenQ PD2730S | Etwa 950 € |
| Apple Studio Display | Ab 1.699 € |
Preise neuer Monitore: Apple Store, Händler und Preisvergleiche, geprüft am 12. Oktober 2026. Sie ändern sich oft, also prüf vor dem Kauf den aktuellen Preis.
Das Studio Display hat mit 5120 × 2880 Pixeln und 60 Hz dieselbe Auflösung und Bildwiederholrate wie ein 5K-iMac und ist mit 600 Nits nur etwas heller als die iMacs ab 2017 mit 500 Nits. Mit DisplayBridge wird ein gebrauchter iMac zum vollwertigen 5K-Monitor, ohne dass du ihn öffnen musst, und er bleibt ein funktionierender Mac, den du später immer noch verkaufen kannst.
Es gibt aber auch Nachteile: Ein iMac braucht mehr Platz als ein Monitor, er muss eingeschaltet und angemeldet sein, um als Bildschirm zu funktionieren, und mit DisplayBridge braucht er auf der anderen Seite einen Mac. Willst du einen Windows-PC oder eine Spielkonsole anschließen, ist das Umbau-Kit der richtige Weg.
Fragen dazu
Kann man einen alten iMac als Monitor nutzen?
Ja, aber wie, hängt vom Modell ab. Ein 27-Zoll-iMac von 2017, 2019 oder 2020 oder ein iMac Pro wird mit DisplayBridge und einem Thunderbolt-Kabel zum vollwertigen 5K-Monitor für einen anderen Mac. Für einen 5K-iMac von 2014 oder 2015 brauchst du vorerst ein Umbau-Kit, die Unterstützung in DisplayBridge kommt bald. Viele iMacs von 2009 bis Mitte 2014 hatten Apples Target Display Mode (von Apple auf Deutsch „Bildschirm-Synchronisationsmodus“ genannt).
Welche MacBooks können einen alten iMac als Monitor nutzen?
Mit DisplayBridge jedes MacBook mit Thunderbolt 3, auf dem macOS 13 Ventura oder neuer läuft, also ein MacBook Pro ab 2017 oder ein MacBook Air ab 2018. Der iMac muss ein 27-Zoll-Modell ab 2017 oder ein iMac Pro sein. Verbunden werden die beiden mit einem Thunderbolt-Kabel oder einem USB-C-Kabel mit 40 Gbit/s.
Und wenn der andere Computer ein Windows-PC ist?
Dann hilft eine App wie DisplayBridge nicht weiter, weil sie nur zwei Macs verbindet. Einen Windows-PC oder eine Spielkonsole schließt du an einen iMac von 2014 bis 2020 nur mit einem Umbau-Kit per Kabel an. Damit wird der iMac zum Monitor mit DisplayPort-, USB-C- und HDMI-Eingang, als Computer ist er danach aber nicht mehr zu gebrauchen.
Funktioniert DisplayBridge mit dem 24-Zoll-iMac?
Das habe ich noch nicht getestet. Die 24-Zoll-iMacs mit Apple Chip haben Thunderbolt und laufen mit aktuellem macOS, erfüllen also die Grundvoraussetzungen. Versprechen will ich die Unterstützung aber erst, wenn ich es selbst ausprobiert habe. Mit der kostenlosen 7-Tage-Testversion kannst du es an deinem eigenen iMac testen, ohne etwas zu bezahlen.
Was kann ich mit einem 5K-iMac von 2015 machen?
Heute macht ihn ein Umbau-Kit zum 5K-Monitor für jeden Computer. Teile und Werkzeug kosten etwa 150 bis 215 €, dazu kommen mehr als zwei Stunden Arbeit. Die Unterstützung für die 5K-iMacs von 2014 und 2015 in DisplayBridge kommt bald, dann geht es auch, ohne den iMac zu öffnen.
Wie finde ich heraus, welchen iMac ich habe?
Klicke oben links auf das Apple-Menü und wähle „Über diesen Mac“. Dort stehen Modell und Baujahr, zum Beispiel „iMac (Retina 5K, 27″, 2017)“. Startet der iMac nicht mehr, erklärt Apples Supportseite „iMac-Modell bestimmen“, wie du das Modell anhand der Seriennummer herausfindest.